Ratgeber

Buchcover-Druckdaten: Beschnitt, Auflösung und Farbraum.

Was Ihre Druckerei vom Umschlag braucht – mit den Vorgaben von KDP, tredition und BoD im Vergleich.

Kurzantwort

Ein druckfertiges Buchcover braucht rundum Beschnitt, wichtige Elemente mit Sicherheitsabstand zur Schnittkante, mindestens 300 dpi und – je nach Druckerei – CMYK oder sRGB als Farbraum. Die genauen Werte legt die Druckerei fest, nicht die Gestaltung. Ein Vergleich der drei häufigsten Print-on-Demand-Anbieter in Deutschland:

VorgabeAmazon KDPtreditionBoD
Beschnitt3,2 mm oben, unten, außenlaut projektspezifischer Vorlage, Toleranz bis ca. 3 mmsiehe Vorlage des Anbieters
Sicherheitsabstand3,2 mm zur Schnittkante, Rückentext 1,6 mmmindestens 10 mm zur roten Liniesiehe Vorlage des Anbieters
Auflösungmindestens 300 dpi300 dpimindestens 300 dpi (Strichzeichnungen 1200 dpi)
FarbraumCMYK empfohlenCMYK, empfohlen ISOcoated FOGRA39RGB (sRGB) oder CMYK (ISOcoated v2 / FOGRA39)
Dateiformateine PDF mit Rückseite, Buchrücken und VorderseitePDF/X-3, CMYKPDF nach Vorlage

Stand der Angaben: 2. Oktober 2026, jeweils laut Hilfeseiten der Anbieter (siehe Quellen).

Beschnitt und Sicherheitsabstand

Beschnitt und Sicherheitsabstand schützen vor zwei verschiedenen Problemen. Der Beschnitt ist der Streifen, den Bilder und Hintergründe über die Endgröße hinaus fortführen, damit nach dem Schneiden kein weißer Rand blitzt. Der Sicherheitsabstand hält Schrift, Logos und Gesichter von der Schnittkante fern, weil die Schneidemaschine nie auf den Zehntelmillimeter genau trifft.

Bei KDP beträgt der Beschnitt 3,2 mm (0,125 Zoll) oben, unten und außen. Text und wichtige Bildelemente gehören mindestens 3,2 mm von der Schnittlinie weg, Text auf dem Rücken mindestens 1,6 mm vom Rand. tredition verlangt deutlich mehr Luft: Alle Elemente, die nicht abgeschnitten werden dürfen, sollen mindestens 1 cm von der roten gestrichelten Linie der Vorlage entfernt liegen.

Darum lohnt es sich, Layouts mit dem größeren Abstand zu bauen, wenn dasselbe Cover bei mehreren Anbietern erscheinen soll. Der Rücken lässt sich erst setzen, wenn die Seitenzahl feststeht – wie das geht, steht im Ratgeber zur Rückenstärke.

Auflösung, Farbraum und Farbprofil

Alle drei Anbieter nennen 300 dpi als Mindestauflösung, gemessen in der tatsächlichen Druckgröße. Ein Foto mit 300 dpi bei 10 × 10 cm hat bei Vergrößerung auf 20 × 20 cm nur noch 150 dpi und druckt sichtbar weich. BoD nennt für Strichzeichnungen im Bitmap-Format zusätzlich 1200 dpi.

Beim Farbraum unterscheiden sich die Anbieter. KDP empfiehlt CMYK und warnt davor, mehrere Farbräume oder Sonderfarben zu mischen. tredition verlangt für Printcover CMYK, empfiehlt das Profil ISOcoated FOGRA39 und nimmt RGB nur für E-Book-Cover. BoD empfiehlt RGB (sRGB, wird bei fehlendem Profil angenommen), akzeptiert aber auch CMYK mit ISOcoated v2 (FOGRA39).

Praktische Folge: Wer in RGB gestaltet und für tredition nach CMYK umrechnet, sollte die Farben danach prüfen. Leuchtende Blau- und Grüntöne verlieren im Druck merklich an Intensität, weil der CMYK-Farbraum kleiner ist als RGB.

Dateiformat, Schriften, Transparenzen und Barcode

KDP will eine einzige PDF mit Rückseite, Buchrücken und Vorderseite. Schriften müssen eingebettet sein und sollten mindestens 7 pt groß sein, Transparenzen sind vor dem Export zusammenzuführen. tredition verlangt PDF/X-3 im Farbmodus CMYK.

Den Barcode mit ISBN setzt KDP automatisch auf die Rückseite, wenn keiner hochgeladen wird. Dafür muss die Rückseite an dieser Stelle frei bleiben, sonst überdeckt er Text oder Grafik. Bei tredition wird der Barcode ebenfalls vom System platziert. Lassen Sie den Platz in jedem Fall frei und prüfen Sie ihn in der Vorschau der Anbieter.

Typische Fehler

  • Text zu nah am Rand. Schrift im Sicherheitsabstand wird beim Schneiden angeschnitten. Prüfen Sie jeden Titel und jede Autorenzeile gegen die Vorlage.
  • Kein Beschnitt angelegt. Das Bild endet an der Endgröße, nach dem Schnitt bleibt ein heller Streifen.
  • Rückenbreite aus der falschen Seitenzahl. Wird nach dem Cover noch umgebrochen, stimmt der Rücken nicht mehr. Cover erst final machen, wenn der Satz steht.
  • Falscher Farbraum. CMYK-Pflicht ignoriert, Sonderfarben mitgeführt oder Farben nach der Umrechnung nicht geprüft.

Einzelne Druckereien sind strenger als diese Anbieter. Wenn Sie direkt in einer Druckerei drucken lassen, gelten deren Vorgaben – fragen Sie uns an, dann bauen wir die Datei nach Ihrer Vorlage. Mehr zum Ablauf: Prozess und Buchsatz. Welche Angaben ich vorab für ein Cover brauche, steht in der Briefing-Checkliste.

Quellen

Alle Seiten am 2. Oktober 2026 abgerufen:

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